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Fernstudium Kosten 2026: Alle Preise & Gebühren im Vergleich

Ein Fernstudium kostet in Deutschland zwischen wenigen hundert Euro für einen Zertifikatskurs und über 30.000 Euro für einen vollständigen Masterabschluss an einer privaten Hochschule. Die Spanne ist riesig – und wer nicht genau hinschaut, verliert schnell den Überblick. Entscheidend sind Anbieter, Abschlussart, Studiendauer und eine Reihe von Nebenkosten, die im ersten Vergleich oft unsichtbar bleiben.

Kurz zusammengefasst

Seiteninhalt

Die Kosten eines Fernstudiums hängen stark von Abschlussart und Anbieter ab. Bachelor-Studiengänge kosten bei privaten Hochschulen typischerweise 10.000–25.000 Euro gesamt, Masterprogramme 8.000–20.000 Euro. Staatliche Fernhochschulen wie die FernUni Hagen verlangen deutlich weniger. Zusatzkosten für Prüfungen, Lernmaterial und Präsenzphasen können die Gesamtrechnung um mehrere Tausend Euro erhöhen.

Wichtiger Hinweis

Alle genannten Preise und Angaben basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen der jeweiligen Anbieter. Studiengebühren können sich ändern. Vor einer Anmeldung empfehlen wir, aktuelle Preise direkt beim Anbieter zu erfragen und auf versteckte Kosten im Kleingedruckten zu achten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fernstudium-Kosten reichen von unter 500 € bis über 30.000 € je nach Abschluss
  • Private Anbieter sind teurer, bieten aber oft flexiblere Modelle
  • Die FernUni Hagen ist als staatliche Hochschule deutlich günstiger
  • BAföG, Bildungskredit und Arbeitgeberzuschüsse helfen bei der Finanzierung
  • Studienkosten sind steuerlich als Werbungskosten absetzbar
  • Zusatzkosten wie Prüfungsgebühren und Reisekosten nicht vergessen
MK

Markus Keller – Bildungsberater und freier Journalist

Markus hat selbst ein berufsbegleitendes Fernstudium in BWL abgeschlossen und begleitet seit über acht Jahren Berufstätige bei der Wahl ihrer Weiterbildung. Er ist kein Akademiker aus dem Lehrstuhl, sondern jemand, der die Abende mit Studienheften kennt.

„Der größte Fehler, den ich bei Interessenten immer wieder sehe: Sie schauen nur auf die monatliche Rate – nicht auf die Gesamtkosten über die gesamte Studiendauer.“

Was kostet ein Fernstudium in Deutschland?

Die Kosten variieren je nach Abschluss, Anbieter und Studienform zwischen etwa 500 Euro und über 30.000 Euro gesamt.

Wer erstmals nach Fernstudium-Kosten recherchiert, stößt auf eine verwirrende Mischung aus Monatsraten, Gesamtpreisen und halb versteckten Zusatzgebühren. Einen einfachen Einheitspreis gibt es schlicht nicht. Ein Zertifikatskurs beim ILS kostet unter Umständen keine 2.000 Euro, während ein vollständiger Bachelor an einer privaten Fernhochschule gut und gerne 20.000 Euro oder mehr verschlingt.

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Grob lässt sich sagen: Weiterbildungen und Zertifikate sind günstig, Bachelor-Programme mittelpreisig bis teuer, Masterprogramme an renommierten privaten Hochschulen gehören zur oberen Preisklasse. Die staatliche FernUniversität Hagen stellt dabei eine echte Ausnahme nach unten dar.

Wie setzen sich die Kosten eines Fernstudiums zusammen?

Die Gesamtkosten bestehen aus Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Lernmaterialkosten, Präsenzkosten und eventuellen Verlängerungsgebühren.

Das monatliche Bild täuscht oft. Wer 200 Euro im Monat zahlt und vier Jahre studiert, hat schon knapp 10.000 Euro ausgegeben – ohne Fahrtkosten zu Präsenzseminaren, ohne Prüfungsgebühren, ohne Fachliteratur. Die eigentliche Rechnung setzt sich zusammen aus:

  • Studiengebühren (Haupt- und größte Kostenposition)
  • Prüfungs- und Anmeldegebühren
  • Lernmaterial, das nicht im Basispaket enthalten ist
  • Reise und Unterkunft bei Präsenzpflichten
  • Technik und Software (Online-Tools, Videokonferenzlösungen)
  • Mögliche Verlängerungsgebühren bei Überschreitung der Regelstudienzeit

Was sind die durchschnittlichen Studiengebühren bei einem Fernstudium?

Im Schnitt zahlen Fernstudierende an privaten Hochschulen 300–700 Euro monatlich, bei Weiterbildungsinstituten 50–200 Euro monatlich.

Realistisch betrachtet liegt der Marktdurchschnitt für einen Bachelor-Fernstudiengang bei privaten Anbietern bei etwa 400–500 Euro monatlich bei einer Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern. Das ergibt Gesamtkosten von rund 15.000–25.000 Euro. Masterprogramme sind oft kürzer, aber pro Semester teurer. Weiterbildungen außerhalb des Hochschulbereichs sind spürbar günstiger, bilden aber auch keinen akademischen Abschluss ab.

Welche Kostenunterschiede gibt es zwischen staatlichen und privaten Fernhochschulen?

Staatliche Fernhochschulen erheben nur Semesterbeiträge von rund 100–300 Euro. Private Anbieter verlangen das Fünf- bis Zehnfache pro Semester.
Hochschultyp Kosten pro Semester Gesamtkosten Bachelor ca.
Staatlich (FernUni Hagen) ca. 250–350 € ca. 2.000–3.000 €
Privat (IU, AKAD, Euro-FH) ca. 1.500–3.500 € ca. 12.000–25.000 €
Fernlehrinstitute (ILS, SGD) je nach Kurs variabel ca. 800–5.000 € (Zertifikat)

Der Unterschied ist erheblich. Allerdings bieten private Anbieter häufig mehr Service: persönliche Betreuung, flexible Studienzeiten, strukturierte Lernpakete und oft bessere technische Plattformen. Ob das den Aufpreis rechtfertigt, hängt vom eigenen Lerntyp und den Karrierezielen ab.

Was kostet ein Bachelor-Fernstudium?

Ein Bachelor-Fernstudium kostet an privaten Hochschulen insgesamt zwischen 12.000 und 25.000 Euro, an der FernUni Hagen unter 3.000 Euro.

Der Bachelorabschluss ist der meistgewählte akademische Fernabschluss in Deutschland. Private Hochschulen kalkulieren typischerweise mit 36 bis 48 Monaten Regelstudienzeit und Monatsraten zwischen 350 und 600 Euro. Manche Anbieter locken mit günstigeren Einstiegspreisen, erheben aber höhere Gebühren für Prüfungen oder Studienmaterial separat.

Was kostet ein Master-Fernstudium?

Masterprogramme im Fernstudium kosten an privaten Hochschulen zwischen 8.000 und 20.000 Euro, je nach Programm und Anbieter.

Wer bereits einen Bachelor hat und berufsbegleitend einen Master anstrebt, zahlt pro Monat oft mehr als im Bachelor – die Regelstudienzeit ist aber kürzer, meist 24 Monate. Der MBA liegt preislich besonders hoch und kann bei spezialisierten Anbietern 15.000–25.000 Euro erreichen. Grundsätzlich gilt: Je internationaler und etablierter das Programm, desto höher der Preis.

Was kosten Weiterbildungen und Zertifikatskurse im Fernstudium?

Zertifikatskurse bei Fernlehrinstituten kosten meist zwischen 500 und 3.000 Euro gesamt und dauern wenige Monate bis ein Jahr.

Für viele Berufstätige sind Zertifikatskurse der pragmatischere Einstieg. ILS und SGD bieten hunderte solcher Kurse an – von Buchführung über Marketing bis Tierheilkunde. Die Preise sind überschaubar, die Laufzeiten flexibel. Wer keine akademischen Credits benötigt, sondern konkrete Fachkenntnisse, fährt mit diesen Angeboten oft günstiger und schneller.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen neben den Studiengebühren?

Zusatzkosten von 500 bis über 3.000 Euro für Prüfungen, Lernmaterial, Reisen und Technik sind realistisch einzuplanen.

Was kosten Prüfungsgebühren im Fernstudium?

Viele private Anbieter berechnen Prüfungen separat oder lassen nur eine bestimmte Anzahl im Basistarif zu. Fällt man durch, werden Wiederholungsgebühren fällig – oft 50–150 Euro pro Versuch. Das klingt wenig, summiert sich aber schnell, wenn mehrere Module in einem Semester belegt werden.

Welche Kosten fallen für Präsenzveranstaltungen und Seminare an?

Manche Programme schreiben Präsenzphasen vor, gelegentlich auch mehrere Wochenenden pro Jahr. Anreise, Hotel und Verpflegung trägt der Studierende selbst. Je nach Wohnort und Häufigkeit sind 500–1.500 Euro im Verlauf des Studiums durchaus realistisch.

Was kostet das Lernmaterial bei einem Fernstudium?

Gedruckte Studienbriefe, Online-Bibliotheken und Fachliteratur sind teilweise im Studienpreis enthalten, teilweise nicht. Wer auf aktuelle Fachbücher angewiesen ist, gibt schnell 200–500 Euro pro Jahr zusätzlich aus.

Welche Reise- und Übernachtungskosten sind einzukalkulieren?

Selbst bei stark digital ausgerichteten Programmen kommt es zu Abschlussklausuren oder Kolloquien vor Ort. Wer von Hamburg nach Frankfurt reist, zahlt Bahn oder Auto plus Hotel – das schlägt mit 150–300 Euro pro Termin zu Buche.

Was kostet ein Fernstudium bei den bekanntesten Anbietern?

Die Preise der führenden Anbieter unterscheiden sich erheblich – von unter 300 Euro gesamt bis über 20.000 Euro für einen Abschluss.

Was kostet ein Fernstudium an der IU Internationalen Hochschule?

Die IU ist aktuell eine der größten privaten Hochschulen Deutschlands. Bachelor-Studiengänge kosten je nach Fach und Studienmodell zwischen 12.000 und 20.000 Euro gesamt. Die IU bietet flexible Monatsraten an und wirbt mit vergleichsweise günstigen Einstiegspreisen. Masterprogramme liegen meist zwischen 8.000 und 14.000 Euro.

Was kostet ein Fernstudium an der AKAD University?

Die AKAD gehört zu den erfahrensten privaten Fernhochschulen. Bachelor-Studiengänge kosten hier in der Regel 15.000–22.000 Euro, Master-Programme rund 10.000–18.000 Euro. Das Modell setzt stark auf tutoriell betreutes Lernen – dafür zahlt man entsprechend.

Was kostet ein Fernstudium an der Euro-FH?

Die Euro-FH bietet Bachelor- und Master-Studiengänge sowie Zertifikate. Bachelorprogramme liegen bei rund 14.000–20.000 Euro gesamt, Masterangebote bei 10.000–16.000 Euro. Besonders beliebt sind die wirtschaftsnahen Studiengänge.

Was kostet ein Fernstudium beim ILS Institut für Lernsysteme?

Das ILS ist kein Hochschulanbieter, sondern ein Fernlehrinstitut. Die Kurse kosten je nach Umfang zwischen 500 und 3.000 Euro – und richten sich vor allem an Berufstätige, die konkrete Zusatzqualifikationen suchen, keinen akademischen Abschluss.

Was kostet ein Fernstudium bei der SGD Studiengemeinschaft Darmstadt?

Die SGD funktioniert ähnlich wie das ILS: Berufsbegleitende Zertifikate und Weiterbildungen zwischen 600 und 4.000 Euro, keine Hochschulabschlüsse. Günstige Einstiegspreise, klassische Fernlehrmethodik mit Studienheften.

Was kostet ein Fernstudium an der FernUniversität Hagen?

Die FernUni Hagen ist die einzige staatliche Fernhochschule Deutschlands. Semesterbeiträge liegen bei rund 250–350 Euro. Ein vollständiger Bachelor kostet damit unter 3.000 Euro – ein enormer Kostenvorteil. Der Trade-off: weniger Betreuung, mehr Eigenstruktur.

Welche Kostenunterschiede gibt es zwischen verschiedenen Fachrichtungen?

Wirtschaft und Informatik sind meist günstiger als Psychologie oder Gesundheitsmanagement, das auf praktische Ausbildungsanteile angewiesen ist.

Was kostet ein Fernstudium in Wirtschaftswissenschaften?

BWL, VWL und Management sind die meistangebotenen Fernstudiengänge. Das Angebot ist breit, der Wettbewerb drückt die Preise. Bachelor ab rund 12.000 Euro bei günstigen Anbietern, Master ab ca. 8.000 Euro sind realistisch.

Was kostet ein Fernstudium in Psychologie?

Psychologie-Fernstudiengänge mit echtem Hochschulabschluss sind selten und teuer. Anerkannte Programme kosten häufig 20.000–30.000 Euro. Achtung: Viele Angebote sind keine akkreditierten Hochschulabschlüsse – das sollte vor Vertragsunterzeichnung geprüft werden.

Was kostet ein Fernstudium in Informatik?

Informatik und IT-Management gehören zu den günstigeren Fachrichtungen. Gute Bachelor-Programme starten bei rund 10.000–15.000 Euro. Ergänzt wird das Angebot durch viele günstige Zertifikatskurse im Tech-Bereich.

Was kostet ein Fernstudium in Gesundheitsmanagement?

Gesundheitsmanagement ist ein wachsendes Feld mit entsprechend vielen Anbietern. Preislich liegt dieser Bereich im Mittelfeld – Bachelor zwischen 14.000 und 22.000 Euro. Manche Programme erfordern Nachweise über Berufserfahrung im Gesundheitsbereich.

Welchen Einfluss hat die Studiendauer auf die Gesamtkosten?

Längere Studienzeiten bedeuten in der Regel höhere Gesamtkosten – es sei denn, man schließt schneller ab als vorgesehen.

Was kostet ein Teilzeit-Fernstudium im Vergleich zu Vollzeit?

Vollzeit-Fernstudiengänge sind seltener und nicht für jeden Berufstätigen geeignet. Im Teilzeitmodell verlängert sich die Studienzeit, die monatliche Belastung sinkt – die Gesamtkosten steigen jedoch, da über mehr Monate Gebühren anfallen. Manche Hochschulen bieten vergünstigte Teilzeitmodelle an, die das abfedern.

Entstehen höhere Kosten bei Verlängerung der Regelstudienzeit?

Ja. Wer länger braucht als geplant, zahlt meist weiter monatliche Gebühren. Einige Anbieter erheben zusätzliche Verlängerungsgebühren. Ein Puffer von ein bis zwei Semestern in der eigenen Kostenplanung ist empfehlenswert.

Kann man bei schnellerem Abschluss Kosten sparen?

In Einzelfällen ja – wenn das Preismodell nach tatsächlicher Studiendauer abrechnet. Viele Anbieter verlangen aber Mindeststudienlaufzeiten unabhängig vom Lerntempo. Genau im Vertrag nachlesen lohnt sich hier wirklich.

Wie kann ich mein Fernstudium finanzieren?

BAföG, Bildungskredite, Stipendien und Arbeitgeberzuschüsse sind die vier wichtigsten Finanzierungswege für Fernstudierende.

Bekomme ich BAföG für ein Fernstudium?

Grundsätzlich ja – aber mit Einschränkungen. BAföG wird für staatlich anerkannte Hochschulen gewährt, also auch für Fernstudiengänge an akkreditierten Hochschulen. Reine Fernlehrinstitute wie ILS oder SGD sind hingegen ausgeschlossen. Wer berufsbegleitend studiert und ein eigenes Einkommen hat, erhält in vielen Fällen kein BAföG. Die Prüfung durch das Studentenwerk ist hier unverzichtbar.

Gibt es spezielle Bildungskredite für Fernstudierende?

Der staatliche Bildungskredit über das Bundesverwaltungsamt bietet bis zu 7.200 Euro zu günstigen Konditionen. Daneben vergeben KfW und einige Landesförderbanken Studien- und Bildungskredite. Für Berufstätige kann auch ein Meister-BAföG oder eine Aufstiegsförderung nach AFBG relevant sein.

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Welche Stipendien gibt es für Fernstudien?

Die klassischen Begabtenförderwerke (Studienstiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung u. a.) fördern grundsätzlich auch Fernstudierende – die Bewerbungshürden sind allerdings hoch. Manche Hochschulen vergeben eigene Stipendien oder Leistungsrabatte. Es lohnt sich, direkt beim Anbieter nachzufragen.

Bieten Arbeitgeber finanzielle Unterstützung für Fernstudiengänge?

Viele Unternehmen übernehmen Studiengebühren vollständig oder teilweise, wenn das Studium zum Job passt. Besonders in großen Unternehmen sind solche Vereinbarungen verbreitet. Der Haken: Oft gibt es Rückzahlungsklauseln, wenn man das Unternehmen kurz nach Abschluss verlässt. Das sollte vor Vertragsunterzeichnung genau geprüft werden.

Kann ich ein Fernstudium steuerlich absetzen?

Ja – Studienkosten sind unter bestimmten Bedingungen als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend zu machen.

Welche Studienkosten sind als Werbungskosten absetzbar?

Wer das Fernstudium als berufliche Fortbildung betreibt, kann Studiengebühren, Fachliteratur, Reisekosten und auch anteilige Heimarbeitsplatz-Kosten als Werbungskosten absetzen. Voraussetzung ist ein beruflicher Zusammenhang. Die steuerliche Wirkung ist erheblich: Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent und 15.000 Euro Studiengebühren ergibt sich eine Steuerersparnis von über 5.000 Euro.

Wie kann ich die Kosten als Sonderausgaben geltend machen?

Für ein Erststudium ohne vorangehende Berufsausbildung gilt die ungünstigere Regelung: Abzug nur als Sonderausgaben, maximal 6.000 Euro pro Jahr. Für berufliche Weiterbildung oder ein Zweitstudium ist die Werbungskostenregelung deutlich vorteilhafter. Ein Steuerberater schafft hier Klarheit – vor allem bei gemischten Situationen.

Expert Insight

Wer das Fernstudium als berufsbegleitende Weiterbildung steuerlich geltend macht, kann in der Praxis 30–40 % der Kosten durch Steuererstattungen zurückgewinnen. Das macht den effektiven Preis vieler Programme deutlich attraktiver, als die Bruttogebühren suggerieren.

Gibt es Rabatte oder Ermäßigungen bei Fernstudienanbietern?

Ja – Frühbucherrabatte, Aktionspreise und Zielgruppenrabatte sind bei vielen Anbietern üblich und können mehrere hundert Euro ausmachen.

Welche Frühbucherrabatte werden angeboten?

Besonders bei privaten Hochschulen und Fernlehrinstituten gibt es regelmäßige Aktionszeiträume. Wer drei bis sechs Monate vor dem gewünschten Starttermin bucht, spart gelegentlich 5–15 Prozent der Gesamtgebühr. Das lohnt sich besonders bei teuren Masterprogrammen.

Gibt es Ermäßigungen für Arbeitslose, Azubis oder Studenten?

Einige Anbieter, insbesondere ILS und SGD, gewähren Ermäßigungen für Arbeitslose, die über die Arbeitsagentur gefördert werden. Wer einen Bildungsgutschein erhält, kann Kurse teils vollständig kostenlos absolvieren. Das ist ein oft unterschätzter Vorteil.

Bieten Fernhochschulen Geschwister- oder Partnerrabatte an?

Solche Modelle sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Manche Anbieter haben Mitarbeiterkonditionen für Firmenpartnerschaften. Wer im selben Unternehmen mehrere Personen zum Studium motiviert, kann manchmal Gruppenkonditionen aushandeln – das lohnt sich nachzufragen.

Was kostet ein Fernstudium im Vergleich zu einem Präsenzstudium?

Fernstudium ist bei Studiengebühren oft teurer als staatliche Präsenzstudiengänge, aber günstiger, wenn man Opportunitätskosten und Lebenshaltungskosten einrechnet.

Diese Frage ist komplexer als sie klingt. Ein Präsenzstudium an einer staatlichen Hochschule kostet kaum Studiengebühren – aber Miete, Lebenshaltung und der Einkommensverzicht über vier Jahre summieren sich schnell auf 60.000–100.000 Euro. Ein Fernstudium lässt sich neben dem Beruf absolvieren, das Gehalt läuft weiter. Wer diese Rechnung aufmacht, erscheint das Fernstudium oft als die wirtschaftlichere Variante – trotz höherer Studiengebühren.

Welche versteckten Kosten gibt es bei Fernstudiengängen?

Häufig unterschätzte Positionen sind Prüfungswiederholungen, Verlängerungsgebühren, Technikkosten und Reisekosten zu Präsenzpflichten.

Wer die Monatsrate sieht, denkt er hat alle Kosten erfasst. Hat er oft nicht. Besonders tückisch: Manche Anbieter stellen für Prüfungsunterlagen, den Zugang zu Onlinebibliotheken oder persönliche Tutorenstunden Extragebühren in Rechnung. Das sollte man im Beratungsgespräch explizit ansprechen.

Was sind die günstigsten Fernstudienangebote 2026?

Die FernUniversität Hagen ist mit unter 3.000 Euro für einen Bachelor die günstigste Option mit echtem Hochschulabschluss in Deutschland.

Wer Kosten minimieren will, kommt an der FernUni Hagen kaum vorbei. Alternativ bieten ILS und SGD für unter 2.000 Euro solide Zertifikatskurse. Im privaten Hochschulbereich gehört die IU mit ihren Einsteigerprogrammen zu den günstigeren Anbietern – allerdings nur im direkten Vergleich mit anderen Privaten, nicht mit staatlichen Hochschulen.

Was kostet ein Fernstudium ohne Abitur?

Ohne Abitur ist ein Fernstudium an vielen Hochschulen über eine Eignungsprüfung oder berufliche Qualifikation möglich – die Studiengebühren bleiben gleich.

Ob mit oder ohne Abitur – die Studiengebühren unterscheiden sich in der Regel nicht. Allerdings können Eignungsprüfungen oder Einstiegstests kostenpflichtig sein, meist zwischen 50 und 200 Euro. Wer den Zugang über Berufserfahrung sucht, sollte die Zulassungsvoraussetzungen genau prüfen, da diese stark variieren.

Häufige Fragen zum Fernstudium

Wie viel kostet ein berufsbegleitendes Fernstudium monatlich?

Monatliche Kosten liegen bei privaten Hochschulen typischerweise zwischen 300 und 600 Euro. Bei der FernUni Hagen zahlt man pro Semester rund 250–350 Euro, also deutlich weniger pro Monat.

Kann ich ein Fernstudium vollständig über den Arbeitgeber finanzieren lassen?

Ja, viele Arbeitgeber übernehmen Studiengebühren teilweise oder vollständig, wenn das Studium zum Job passt. Häufig gibt es Rückzahlungsklauseln bei frühzeitigem Ausscheiden aus dem Unternehmen.

Sind Fernstudium-Gebühren steuerlich absetzbar?

Ja. Bei beruflicher Fortbildung sind die Gebühren als Werbungskosten absetzbar und können zu erheblichen Steuererstattungen führen. Für das Erststudium gilt nur der Sonderausgabenabzug bis 6.000 Euro jährlich.

Ist ein Fernstudium günstiger als ein klassisches Präsenzstudium?

Nur wenn man die Opportunitätskosten einbezieht. Die Studiengebühren privater Fernhochschulen übersteigen staatliche Präsenzhochschulen. Wer nebenberuflich studiert und weiter Gehalt bezieht, spart jedoch deutlich gegenüber einem Vollzeitstudium.

Lohnt sich ein teures Fernstudium finanziell?

Das hängt vom Fach, Abschluss und der eigenen Karriere ab. Ein anerkannter Bachelor oder Master erhöht nachweislich das Lebenseinkommen. Bei relevanten Fächern amortisieren sich selbst 20.000 Euro Studiengebühren meist innerhalb weniger Berufsjahre.

Fazit

Ein Fernstudium ist keine günstige Angelegenheit – zumindest nicht bei privaten Hochschulen. Wer aber die Gesamtrechnung aufmacht, stellt oft fest: Neben dem Beruf studieren, Gehalt behalten, steuerlich profitieren und den Abschluss ohne Karriereunterbrechung nachholen – das ist in vielen Lebenssituationen die klügste Entscheidung. Entscheidend ist nicht, ob man den günstigsten Anbieter findet, sondern ob man den richtigen Abschluss für die eigenen Ziele wählt und die tatsächlichen Gesamtkosten kennt – inklusive aller Nebenposten, die im Werbeprospekt gerne fehlen.

Peter Mälzer
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