Ein Au-pair ist eine junge Person, die vorübergehend in einer Gastfamilie lebt, leichte Kinderbetreuung und Haushaltsaufgaben übernimmt und im Gegenzug Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld erhält. Die Gesamtkosten für eine Gastfamilie in Deutschland liegen je nach Herkunftsland des Au-pairs, Agenturwahl und Aufenthaltsdauer typischerweise zwischen 400 und 800 Euro pro Monat – zuzüglich einmaliger Vermittlungs- und Visakosten.
Kurz zusammengefasst
- Monatliches Taschengeld: mindestens 280 Euro (gesetzlicher Richtwert)
- Vermittlungsagentur: 400–1.200 Euro einmalig
- Krankenversicherung: ca. 50–100 Euro/Monat
- Sprachkurs: ca. 50–100 Euro/Monat (Pflicht)
- Verpflegung & Unterkunft: Sachleistung, kein Geldwert zu zahlen
- Visum (Nicht-EU): ca. 75 Euro Konsulatsgebühr
- Gesamtkosten 12 Monate: ca. 6.000–10.000 Euro
Das Wichtigste in Kürze
- Taschengeld: mindestens 280 €/Monat, üblich sind 300–350 €
- Keine Sozialabgaben für Gastfamilien bei korrektem Au-pair-Verhältnis
- EU-Au-pairs sind günstiger in der Verwaltung (kein Visum, keine Arbeitserlaubnis)
- Außereuropäische Au-pairs erfordern mehr bürokratischen Aufwand
- Ein Au-pair ist deutlich günstiger als eine Tagesmutter oder Nanny
Was kostet ein Au-pair pro Monat?
Diese Zahl überrascht viele beim ersten Blick. Zum Vergleich: Eine Tagesmutter kostet in deutschen Großstädten oft das Doppelte oder mehr – ohne Abendstunden oder Wochenendflexibilität. Ein Au-pair-Verhältnis ist formal kein Arbeitsverhältnis im klassischen Sinne, sondern ein Bildungsaustausch mit klar definierten gegenseitigen Leistungen.
Die monatliche Rechnung setzt sich zusammen aus Taschengeld, Krankenversicherungsbeitrag, anteiligem Sprachkurs sowie dem Sachwert für Verpflegung und Zimmer – den die Familie stellt, aber nicht in Euro zahlt. Wer das realistisch durchrechnet, kommt schnell auf eine kalkulierbare Größe.
Wie hoch ist das gesetzliche Taschengeld für ein Au-pair?
Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Mindestlohn, sondern um eine offizielle Empfehlung. Trotzdem sollten Gastfamilien diese Grenze als verbindlich betrachten – Behörden und Ausländerämter prüfen bei Visaanträgen, ob das Au-pair-Verhältnis regelkonform gestaltet ist. Wer deutlich weniger zahlt, riskiert Probleme bei der Verlängerung oder Einreise.
In der Praxis orientieren sich viele Familien am oberen Rand: 320 bis 350 Euro machen das Angebot attraktiver – gerade wenn man gute Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland ansprechen möchte.
Was kostet die Vermittlung eines Au-pairs über eine Agentur?
Der Markt ist uneinheitlich. Günstige Anbieter nehmen 400 bis 600 Euro und überlassen vieles der Familie selbst – Vertragsvorlagen, Beratung, Matching. Premium-Agenturen investieren mehr Zeit ins persönliche Matching, bieten Notfallbetreuung bei Problemen und manchmal sogar Rückerstattungsgarantien bei frühzeitigem Abbruch. Das hat seinen Preis, kann sich aber lohnen.
Wer das erste Mal eine Au-pair-Beschäftigung plant, ist mit einer erfahrenen Agentur oft besser beraten als mit der günstigsten Option. Schon ein einziger Fehlversuch – mit früher Abreise und erneutem Matching – kostet schnell mehr als die Gebühr einer guten Agentur.
Welche Kosten entstehen bei privater Au-pair-Vermittlung ohne Agentur?
Plattformen wie AuPairWorld oder Greataupair ermöglichen direktes Matching zwischen Familien und Au-pairs. Die Mitgliedsbeiträge für Gastfamilien sind überschaubar. Rechtlich und organisatorisch liegt aber alles in der Hand der Familie: Vertragsgestaltung, Visa-Unterstützung, Versicherungsabschluss. Wer das unterschätzt, erlebt schnell Lücken.
Muss ich als Gastfamilie die Anreise des Au-pairs bezahlen?
In der Praxis ist es bei außereuropäischen Au-pairs üblicher, dass die Familie den Hinflug übernimmt oder bezuschusst – das macht das Angebot konkurrenzfähiger. Rückflugkosten trägt in der Regel das Au-pair selbst, manchmal hälftig geteilt. Im Au-pair-Vertrag sollte das klar geregelt sein. Ein Flug aus Südamerika oder Südostasien kann 600 bis 1.000 Euro kosten – das ist kein Kleinbetrag.
Was kostet die Krankenversicherung für ein Au-pair?
EU-Au-pairs können unter bestimmten Voraussetzungen in die gesetzliche Familienversicherung der Gastfamilie aufgenommen werden – wenn kein eigenes Einkommen über der Grenze (aktuell 505 Euro/Monat) vorliegt. Das Taschengeld zählt dabei nicht als Einkommen. Für außereuropäische Au-pairs ist oft eine spezielle Au-pair-Krankenversicherung erforderlich, die Visa-konform sein muss.
Günstige Tarife starten bei rund 50 Euro. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt einen Tarif mit echtem Leistungsumfang – nicht die Minimalvariante. Gerade bei längerem Aufenthalt kann ein Zahnarztbesuch oder eine Verletzung die günstige Police schnell teuer machen.
Welche Versicherungen muss ich als Gastfamilie für das Au-pair abschließen?
Viele Gastfamilien wissen nicht, dass das Au-pair in ihrer Privathaftpflichtversicherung bereits mitversichert sein kann – sofern es als „zum Haushalt gehörend“ gilt. Das lohnt sich zu prüfen, bevor man eine neue Police abschließt. Eine gesonderte Unfallversicherung kostet etwa 5 bis 15 Euro pro Monat und ist sinnvoll, wenn das Au-pair Kinder im Auto transportiert oder regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist.
Was kostet ein Sprachkurs für das Au-pair?
Der Sprachkurs ist keine freiwillige Leistung – er ist Bestandteil des Au-pair-Konzepts. Ohne nachweisbare Sprachkursteilnahme kann ein Visum verweigert oder nicht verlängert werden. Die Volkshochschule ist für viele Familien die praktischste Lösung: flächendeckend verfügbar, strukturierter Stundenplan, faire Preise.
Muss ich den Sprachkurs für das Au-pair bezahlen?
Wer das im Au-pair-Vertrag offenlässt, riskiert Streit. Die meisten Agenturen empfehlen, die Kostentragung explizit zu regeln. Einige Familien einigen sich auf eine Kostenteilung – das ist möglich, aber bei günstigeren Kursen oft nicht nötig.
Welche Kosten entstehen durch Verpflegung und Unterkunft?
Faktisch entstehen Mehrkosten beim Lebensmitteleinkauf – realistische Schätzungen liegen bei 150 bis 250 Euro pro Monat für eine weitere Person. Das hängt stark vom Ernährungsstil der Familie ab. Wer kocht, teilt ohnehin – der Aufwand bleibt begrenzt. Das Zimmer muss möbliert, beheizt und mit eigener Badnutzung ausgestattet sein. Ein guter Standard erhöht die Lebensqualität des Au-pairs erheblich und fördert ein gutes Miteinander.
Was kostet ein Visum für ein Au-pair aus dem Nicht-EU-Ausland?
Das Visum wird beim deutschen Konsulat im Heimatland des Au-pairs beantragt. Neben der Gebühr braucht das Au-pair meist einen unterschriebenen Vertrag, Sprachnachweis, Krankenversicherungsnachweis und eine Unterkunftsbestätigung der Gastfamilie. Je nach Land und Konsulat variieren Bearbeitungszeiten erheblich – von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten.
Wer trägt die Kosten für das Au-pair-Visum?
Es gibt keine gesetzliche Pflicht für die Gastfamilie. In der Praxis übernehmen viele Familien zumindest einen Teil, um attraktiv zu wirken. Wer das nicht möchte, sollte es offen kommunizieren – gute Au-pairs haben oft mehrere Angebote zur Auswahl.
Fallen Steuern oder Sozialabgaben für die Gastfamilie an?
Das setzt voraus, dass das Au-pair nicht mehr als 30 Stunden pro Woche tätig ist, darunter maximal 30 Stunden Kinderbetreuung und Haushalt inklusive Freizeit, Sprachkurs und Urlaub. Wird das Verhältnis faktisch zu einem regulären Job – etwa durch übermäßige Arbeitszeiten –, kann die Sozialversicherungspflicht eintreten. Agenturen und Steuerberater warnen davor ausdrücklich.
Was kostet ein Au-pair aus der EU im Vergleich zu einem außereuropäischen Au-pair?
| Kostenart | EU-Au-pair | Nicht-EU-Au-pair |
|---|---|---|
| Visum | Nicht erforderlich | ca. 75 € + Aufwand |
| Krankenversicherung | Ggf. Familienversicherung (kostenlos) | Private Police: 50–100 €/Monat |
| Anreise | Günstiger (Europa) | 300–1.000 € Flug |
| Vermittlungsgebühr | 400–800 € | 600–1.200 € |
| Bürokratischer Aufwand | Gering | Mittel bis hoch |
EU-Au-pairs – häufig aus Spanien, Polen, Rumänien oder dem Baltikum – sind verwaltungstechnisch unkomplizierter. Außereuropäische Au-pairs bringen oft eine stärkere Motivation mit und kommen aus Ländern mit langer Au-pair-Tradition (z. B. Mexiko, Kolumbien, Philippinen). Beides hat seinen Wert – die Entscheidung sollte nicht allein am Kostenfaktor hängen.
Welche versteckten Kosten können bei einem Au-pair entstehen?
Ein Monatsticket für den ÖPNV kann je nach Stadt 30 bis 80 Euro kosten – wenn die Familie es übernimmt, summiert das sich. Das Au-pair hat außerdem Anspruch auf mindestens zwei Wochen Urlaub pro Jahr, in denen das Taschengeld weitergezahlt wird. Wird das Verhältnis vorzeitig beendet, fallen möglicherweise neue Vermittlungskosten an.
- a) ÖPNV-Ticket oder Fahrgeldzuschuss
- b) Urlaubstaschengeld (2–4 Wochen/Jahr)
- c) Erneute Vermittlungsgebühr bei Abbruch
- d) Arztbesuche, die die Versicherung nicht abdeckt
- e) Weihnachtsgratifikation (freiwillig, aber üblich)
Was kostet die Verlängerung eines Au-pair-Aufenthalts?
Wenn Familie und Au-pair sich gut verstehen, ist die Verlängerung oft die günstigste Option – kein neues Matching, keine Einarbeitungszeit, keine zusätzliche Vermittlungsgebühr. Der Antrag auf Verlängerung des Aufenthaltstitels wird bei der zuständigen Ausländerbehörde gestellt.
Wie viel kostet ein Au-pair für 6 Monate?
Bei einer kurzen Aufenthaltsdauer fallen die einmaligen Fixkosten (Agentur, Visum, Anreise) stärker ins Gewicht. Sechs Monate gelten als Minimum für ein sinnvolles Au-pair-Verhältnis – kürzere Zeiträume lohnen sich organisatorisch kaum.
Wie viel kostet ein Au-pair für 12 Monate?
Auf den Monat heruntergerechnet: 580 bis 920 Euro. Das wirkt zunächst viel. Im Vergleich zu einer Kindertagespflegeperson (1.000 bis 1.500 Euro/Monat in Großstädten, ohne Abendstunden) ist es deutlich günstiger – und bietet deutlich mehr Flexibilität im Alltag.
Was kostet der Wechsel zu einem neuen Au-pair während des Jahres?
Manchmal lässt es sich nicht vermeiden – das Au-pair kehrt früher heim, die Chemie stimmt nicht, oder es kommt zu einem ernsthaften Konflikt. Gute Agenturen bieten in solchen Fällen Rematch-Services an, oft zu reduzierten Konditionen. Trotzdem: Ein reibungsloser Aufenthalt ohne Wechsel ist wirtschaftlich die beste Option.
Gibt es finanzielle Unterstützung oder Zuschüsse für Gastfamilien?
Das Finanzamt erkennt Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Kind und Jahr als Sonderausgaben an – unter bestimmten Bedingungen. Ob das Au-pair-Taschengeld als Betreuungskosten gilt, hängt von der konkreten Vertragsgestaltung ab und sollte mit einem Steuerberater abgeklärt werden. Pauschal lässt sich das nicht bejahen.
Was passiert finanziell, wenn das Au-pair vorzeitig abreist?
In den meisten Agenturverträgen gibt es eine Regelung für den Abbruchfall – etwa einen Teilersatz der Vermittlungsgebühr oder ein kostenloses Rematch. Wer ohne Agentur vermittelt hat, trägt das Risiko allein. Ein guter Au-pair-Vertrag regelt auch diesen Fall – ein weiterer Grund, auf sorgfältige Vertragsgestaltung zu achten.
Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn das Au-pair krank wird?
Da es sich nicht um ein reguläres Arbeitsverhältnis handelt, gibt es keinen gesetzlichen Entgeltfortzahlungsanspruch wie bei Angestellten. Trotzdem zahlen die meisten Familien das Taschengeld auch bei kurzfristiger Erkrankung weiter – das ist fair und erhält das gute Miteinander. Bei schweren Erkrankungen greift die Krankenversicherung.
Was kostet ein Au-pair im Vergleich zu einer Tagesmutter?
Der entscheidende Unterschied: Eine Tagesmutter betreut nur zu festen Zeiten, oft nur tagsüber und nur an Werktagen. Ein Au-pair lebt in der Familie und kann deutlich flexibler eingesetzt werden – abends, am Wochenende, bei Schichtarbeit der Eltern. Das ist ein erheblicher Mehrwert, der sich finanziell kaum in einer Zahl ausdrücken lässt.
Was kostet ein Au-pair im Vergleich zu einem Babysitter?
Schon bei zwanzig Stunden pro Woche Babysitter-Einsatz summiert sich das auf 960 bis 1.440 Euro monatlich – ohne Flexibilität, ohne Verlässlichkeit bei Krankheit und ohne die kulturelle Bereicherung für die Kinder. Ein Au-pair ist bei dieser Vergleichsbasis fast immer die wirtschaftlichere Lösung.
Lohnt sich ein Au-pair finanziell für meine Familie?
Die Rechnung stimmt vor allem dann, wenn beide Elternteile berufstätig sind und unregelmäßige Zeiten oder Dienstreisen anfallen. Das Au-pair fängt Lücken auf, die keine Kita und keine Tagesmutter abdecken kann. Wer nur gelegentlich Betreuung braucht, fährt mit einem Babysitter auf Abruf günstiger. Wer strukturierte, verlässliche und flexible Betreuung sucht, für den rechnet sich das Au-pair-Modell – wirtschaftlich und menschlich.
Häufige Fragen
Muss ich als Gastfamilie einen schriftlichen Au-pair-Vertrag abschließen?
Ein schriftlicher Vertrag ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Er schützt beide Seiten, ist oft Voraussetzung für das Visum und regelt Urlaubsanspruch, Taschengeld und Kündigungsmodalitäten klar.
Wie viele Stunden darf ein Au-pair pro Woche arbeiten?
In Deutschland gilt ein Richtwert von maximal 30 Stunden pro Woche – verteilt auf Kinderbetreuung und leichte Hausarbeiten. Mehr Stunden gefährden den Au-pair-Status und können Sozialversicherungspflicht auslösen.
Kann ich das Au-pair-Taschengeld von der Steuer absetzen?
Unter bestimmten Bedingungen können Teile der Au-pair-Kosten als Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Eine Beratung durch einen Steuerberater ist empfehlenswert, da die Abgrenzung im Einzelfall entscheidend ist.
Wie lange dauert der Visumprozess für ein außereuropäisches Au-pair?
Die Bearbeitungszeit variiert je nach Konsulat und Herkunftsland stark – von vier Wochen bis zu vier Monaten. Früh mit der Planung beginnen ist entscheidend, um Wartezeiten zu überbrücken.
Gibt es eine Mindestaltersgrenze für Au-pairs?
Ja – in Deutschland müssen Au-pairs zwischen 18 und 26 Jahre alt sein. Einige Länder haben abweichende Regelungen. Das Höchstalter kann in Einzelfällen auf 27 Jahre angehoben werden.
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